Neuer Lehrer im Umweltzentrum

Michael Neuenhagen (Vorsitzender des Trägervereins Umweltzentrum), Sabine Rösner (Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen), Johannes Nonnenmacher (neuer Lehrer, der vom Schulamt ins Umweltzentrum entsandt ist)

Das Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar ist vom Staatlichen Schulamt Donaueschingen als einziger außerschulischer Lehrort im Schwarzwald-Baar-Kreis anerkannt. Deshalb hatte Sabine Rösner, die im vergangenen Jahr die Leitung des Staatlichen Schulamtes übernommen hatte, das Umweltzentrum schon lange auf ihrer Liste für Antrittsbesuche bei den Schulträgern im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Kreis Rottweil stehen, für die sie die Amtsaufsicht ausübt. Eine gute Gelegenheit dazu ergab sich nun zu Beginn des neuen Schuljahrs mit der Einführung [am 14. September 2016] des neuen Lehrers, Johannes Nonnenmacher, der vom Schulamt mit einem halben Lehrauftrag an das Umweltzentrum entsandt worden ist.

Bei der Begrüßung und Vorstellung des neuen Lehrers betonte Sabine Rösner die gute Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Schulamt Donaueschingen und dem Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar. Ein Beweis dafür sei es, dass die Entsendung eines Lehrers, die für jedes Schuljahr von den zuständigen Schulbehörden neu genehmigt werden muss, jetzt schon fünf Jahre lang ununterbrochen und zur beiderseitigen Zufriedenheit funktioniere. Johannes Nonnenmacher ist schon der dritte Lehrer in Folge, der im Umweltzentrum tätig ist.

„Ich freue mich, dass er so engagiert ist und sich mit so viel Begeisterung auf die neue Stelle beworben hat. Als Lehrer an zwei räumlich getrennten Lehrorten und in zwei unterschiedlichen Strukturen tätig zu sein, ist nicht immer einfach und erfordert schon ein schönes Stück an Motivation und Stehvermögen“, erläutert Sabine Rösner, „aber auf der anderen Seite ergeben sich durch die gute Vernetzung von Johannes Nonnenmacher mit seiner Stammschule und dem Umweltzentrum auch neue Impulse für beide Seiten bei der Umweltpädagogik und bei der Erziehung junger Menschen zu einem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Handeln.“ Sie sei zuversichtlich, dass dadurch neue Projekte entwickelt werden könnten, die die Umsetzung der neuen Bildungspläne des Landes Baden-Württemberg in den Schulen unterstützen und bereichern. Als Leiterin des Staatlichen Schulamtes übt Sabine Rössner natürlich auch während seiner Tätigkeit im Umweltzentrum die Aufsicht über den neuen Lehrer aus. „Ich sehe dabei aber meine Aufgabe vor allem in der Begleitung, Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung unserer bildungspolitischen Vorgaben und gesellschaftlicher Aufgaben“, betonte sie mit einem verständnisvollen Lächeln.

Johannes Nonnenmacher (35) stammt aus Ludwigsburg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach der Absolvierung einer Lehre als Fensterbauer hat er in Freiburg ein Lehramtsstudium für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht mit dem Schwerpunkt in Mathematik, Technik und Physik aufgenommen. Nach seiner Referendarzeit in Elzach und einer ersten festen Anstellung als Lehrer in Freiburg hat sich Nonnenmacher vor fünf Jahre in den Schwarzwald-Baar-Kreis versetzen lassen, wo seine Frau, die aus Singen stammt, in Villingen-Schwenningen ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester absolvierte. Nachdem seiner Frau eine interessante Stelle im Raum Bremen angeboten worden war, zog die ganze Familie in den Norden. Jetzt ist es den Ehepartnern gelungen, passende Stellen für beide in Villingen-Schwenningen zu finden, und so konnten sie zum Schuljahrsbeginn wieder in die alte Heimat zurückkehren. Die Hälfte seiner Pflichtstundenzahl als Lehrer unterrichtet Johann Nonnenmacher ab sofort in der Realschule am Deutenberg in VS-Schwenningen und die andere Hälfte beim Umweltzentrum, das sich nicht weit davon entfernt, im Stadtpark Möglingshöhe, befindet.

Das Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar führt als außerschulischer Lehrort ein eigenes Schulprogramm durch, bei dem schulartübergreifende Kurse in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz angeboten werden. „Unser Ziel ist es, junge Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung im Alltag aufzuzeigen. Damit möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche eine wertschätzende Haltung im Umgang mit der Natur entwickeln und die Fähigkeit erwerben können, mit Hilfe des Vorbilds der Natur die Zukunft unserer Gesellschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten“, erläutert Michael Neuenhagen, der ehrenamtliche Vorsitzende des Trägervereins Umweltzentrum, und fährt fort: „In unserem Schulprogramm werden wichtige Themen, wie Wasser, Luft, Energie, Wald, Tiere und Landwirtschaft aufgegriffen und an aufeinander abgestimmten Beispielen an unterschiedlichen Orten im Schwarzwald-Baar-Kreis mit den Schülerinnen und Schülern praktisch erarbeitet.“ Auch Partner des Umweltzentrums aus Forst- und Wasserwirtschaft, dem Energiebereich und der örtlichen Industrie beteiligen sich aktiv am Schulprogramm.

Für diese schulpädagogischen Aufgaben hatte bereits der Lehrer Wenzel Holm, der in den vergangenen drei Jahren vom Staatlichen Schulamt in Donaueschingen an das Umweltzentrum entsandt worden war, zusammen mit anderen, ehrenamtlich tätigen Pädagogen und Fachleuten vom Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und anderen Natur- und Wandervereinen, die sich im Umweltzentrum zusammengeschlossen haben, ein breit gefächertes Programm ausgearbeitet, das sich vor allem an Schulklassen richtet, die in Begleitung ihrer Lehrkräfte auf die Möglingshöhe oder ins Schwenninger Moos, an interessante Gewässer in der Umgebung oder an andere geeignete Stellen in Wald und Flur kommen. Zudem können inzwischen auf Initiative von Wenzel Holm auch die Lehrkräfte selbst durch spezielle Fortbildungsangebote mit diesen Themenbereichen vertraut gemacht werden. Nachdem Wenzel Holm zum neuen Schuljahr mit einem vollen Lehrauftrag an seine Stammschule in Bad Dürrheim zurückgekehrt ist, wird jetzt Johannes Nonnenmacher das bestehende Programm fortführen und ausbauen. „Ich bin ein Junge vom Land,“ meint er optimistisch, „ich fühle mich wohl in der Natur. Ich freue mich, wenn ich durch meine neue Aufgabe im Umweltzentrum diese Einstellung auch an die jungen Menschen weitergeben kann.“

Die Einführung des neuen Lehrers gab auch Gelegenheit für die mit dem umweltpädagogischen Schulprogramm befassten Mitarbeiter beim Staatlichen Schulamt und im Umweltzentrum, sich gegenseitig besser kennenzulernen und sich über ihre Arbeit und ihre Pläne auszutauschen. Dazu hatte Sabine Rösner neben dem neuen Lehrer auch die beiden Schulrätinnen Siglinde Arm und Ines Barz mitgebracht, die der Vorstandsvorsitzende Michael Neuenhagen mit den anderen Vorstandsmitgliedern des Umweltzentrums, Armin Schott, Anita Sperle-Fleig und Cornelia Kunkis-Becker, und der Hausleiterin, Angie-Diane Manton bekannt machte.

Nach der Vorstellung der Räumlichkeiten des Umweltzentrums und des neuen Arbeitsplatzes von Johannes Nonnenmacher wurde über mögliche gemeinsame Projekte gesprochen. Im Mittelpunkt standen dabei die Erweiterung des Schulprogramms selbst und der damit verbundenen Lehrerfortbildung. Die Vertreterinnen des Staatlichen Schulamtes boten ihre Unterstützung bei der weiteren Bekanntmachung des Programms an den Schulen der Region an. Es wurde ebenfalls erörtert, ob bestehende naturpädagogische Erlebnis- und Informationsveranstaltungen des Umweltzentrums für Erwachsene auch auf die Lehrerkollegien an den Schulen im Verantwortungsbereich des Staatlichen Schulamtes Donaueschingen ausgerichtet werden könnten. Die gute Erreichbarkeit des zentrumsnah gelegenen Umweltzentrums zu Fuß oder aus der Region mit Bus und Ringzug wäre dabei ein wichtiger Standortvorteil. Auch längerfristige Projekte zum Anfassen und Mitmachen in einem nachhaltigen Kreislauf, wie „Wildblumen“ oder „Streuobst“, bei denen es um die Anlage, Pflege, Ernte und Restverwertung von Pflanzen und Bäumen geht, ließen sich möglicherweise auch in das Schulprogramm einbauen. Beide Seiten vereinbarten, die Zusammenarbeit zu vertiefen und sich in Zukunft in regelmäßigen Abständen zu treffen.

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